Blutegeltherapie - Nicole Schneider

Fast in Vergessenheit geraten, erfreut sich die Blutegeltherapie derzeit immer größerer Beliebtheit. Und das nicht ohne Grund, denn der Speichel der kleinen Blutsauger ist prall gefüllt mit einem Cocktail an wertvollen Wirkstoffen. Das Sekret der Blutegel, das über die Salvia (Egelspeichel)  ausgeschüttet wird, enthält bis zu 100 verschiedene entzündungshemmende, gefäßerweiternde und blutverdünnende Substanzen. Da wird schnell klar, dass die Blutegeltherapie bei vielen Erkrankungen erfolgversprechend eingesetzt werden kann. Blutegel haben sich bewährt bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Spondylose, Hüftdysplasie, Ellbogendysplasie und Bandscheibenvorfall aber auch als unterstützende Behandlung bei akuten Verletzungen, wie zum Beispiel Kreuzbandriss und Patellaluxation. Indikationen für eine Egeltherapie sind jedoch auch schlecht heilende Wunden, Abzesse, Ekzeme, Hot Spots, Nervenentzündungen  verhärtete oder schlecht heilende Operationsnarben, Sehnenscheidenentzündung, Hämatome und venösen Stauungen.

Es ist mir wichtig, den Patientenbesitzer nicht nur umfassend in einem Vorgespräch über die Vorteile der Blutegelbehandlung, sondern auch über Kontraindikationen und  Nebenwirkungen dieser Therapieart aufzuklären.

Sicher gibt es auf diesem Planeten weitaus hübschere Tiere als Blutegel, da stimme ich den meisten Patientenbesitzern zu. Für mich persönlich ist die Egeltherapie jedoch ein faszinierendes Therapieverfahren der Alternativen Veterinärmedizin. Tierbesitzer, die einmal den Ekel vor diesen kleinen Ringelwürmern verloren haben und offen für diese Behandlungsmethode waren, waren danach nicht selten Patienten eines Egeltherapeuten, zumeist Humanheilpraktikers, und erlebten die Blutegel und deren Wirkung am eigenen Leib.

Um eine gute Qualität zu gewährleisten, verwende ich bei meinen Therapien ausschließlich medizinische Egel (Hirudo medicinalis) der Biebertaler Blutegelzucht) GmbH.